Das Triumphkreuz des Klosters


Triumphkreuz, St. Jöris

 
Bis 1957 hing das Kruzifix übermalt und verstaubt in einem dunklen Flur des alten Klostergebäudes. 
Die Besitzerin, Frau Gertrud Koch, schenkte es der Pfarre. Dem damaligen Pfarrer Heinrich Prinz gelang es, das Kruzifix in den Bonner Werkstätten des Landeskonservators restaurieren zu lassen. 

Foto: E. von Reth Aachen.
aus: Faltblatt "Touristischer Parcours Christus".

 

 

Dieses gotische Kreuz war wahrscheinlich als Triumphkreuz über der Chorschranke (Trennwand zwischen Nonnen- und Konversenchor) angebracht, den eintretenden Gläubigen und der Nonnenempore im Turm zugewandt. 

Heute hat es einen würdigen Platz in der Pfarrkirche St. Georg gefunden.


 

 

Triumphkreuz, St. Jöris

Torso Triumphkreuz, St. Jöris

Das Triumphkreuz der Klosterkirche.
aus: H. Candels a.a.O. Seite 53.

Torso während der Restaurierung.
aus: H. Candels a.a.O. Seite 55.

 

 

Das Triumphkreuz gehörte im Jahr 2001 auch zu den 50 Hauptwerken der Christusdarstellungen, die in der Region Maas-Rhein für den "Touristischen Parcours Christus" ausgewählt wurden, um die 2000 Jahre der Geburt Christi zu feiern.

Dem Faltblatt 14 des Parcours für die Pfarrkirche St. Georg in Eschweiler-St. Jöris ist die folgende Beschreibung entnommen: 

"Das Werk"
Das wertvollste Stück dürfte das Kruzifix aus der Mitte des 14. Jahrhunderts sein, welches aus der vorgenannten Zisterzienserinnenabtei stammt. Der gesamte Korpus hängt stark nach vorne durch, so dass das bärtige Kinn fast auf der Brust ruht und der Brustkorb sich stark vorwölbt. Durch die hoch angesetzte Fußnagelung, die Füße sind übereinandergelegt, treten ebenfalls die Knie stark vor. Der gesamte Korpus ist sehr abstrahiert gestaltet und aus den Wundmalen ergibt sich ein starker, fast dekorativ wirkender Blutstrom.

 

"Die Bedeutung "
Man könnte sagen, dass diese Blutspuren aus der Vielfältigkeit des Lebens zum Wesentlichen, Christi Haupt, hinführen. Sie werden Wegweiser zu Christus, es ist der tote Christus, der sich ganz aus der Verkrampfung des Todeskampfes gelöst hat, der "hinabsteigt zu den Toten". Die Kreuzbalken endeten früher in einem Vierpassornament, die entfernt wurden. Das Kreuz hat dadurch nicht nur seine Proportionen eingebüßt sondern auch seine Aussage als Lebensbaum. In der Schnittstelle des Kreuzbalkens ist wohl ursprünglich ebenfalls ein Nimbus vorhanden gewesen, der Christus als Sieger über den Tod bezeichnet.
Bemerkenswert ist ein in die Schädelkalotte eingearbeitetes Reliquienrepositorium, welches noch heute, wenn auch nicht näher bezeichnete kleine Knochenreliquien birgt."
(c) E. von Reth, Aachen   


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